Was ist Kinesiologie?
Kinesis kommt aus dem Griechischen und bedeutet Bewegung. Logos bedeutet u.a. die Lehre – also die Lehre von der Bewegung. Gemeint ist hier nicht nur die körperliche Bewegung, sondern auch die Beweglichkeit von Geist und Seele.
Kinesiologie vereint das alte Wissen der traditionellen Chinesischen Medizin und anderer östlicher Methoden, der Chiropraktik, der Ernährungswissenschaft und die neuesten Erkenntnisse westlicher Gehirn- und Stressforschung.
In der Kinesiologie wird davon ausgegangen, dass der menschliche Organismus die Fähigkeit hat, sich selbst zu regulieren, d.h. sich an die an ihn gestellten Anforderungen immer wieder anzupassen – und zwar auf allen Ebenen (körperlich, geistig-seelisch, emotional).
Mit Hilfe der Kinesiologie kann herausgefunden werden, wie Menschen auf verschiedene Umstände reagieren und wie gut sie mit einer Anforderung bzw. Herausforderung umgehen können – oder eben auch nicht. Jede Entscheidung, jede Prüfung, jede zwischenmenschliche Beziehung und auch die Art und Weise, sein Leben als glücklich und erfüllt zu „er-leben“, kann dabei eine Herausforderung sein. Meinen wir, mit dieser Herausforderung nicht fertig zu werden, entsteht Stress, der sich auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene zeigen kann. Unsere Lebensenergie fließt nicht mehr ungestört, sie ist in bestimmten Bereichen blockiert. Kinesiologie als ganzheitliche Methode vermag diese energetischen, emotionalen, mentalen und körperlichen Blockaden und Störungen zu erkennen und mit geeigneten Methoden auszubalancieren.
Trotzdem nimmt die Kinesiologie nicht in Anspruch, ein Allheilmittel zu sein. Sie stellt keine ärztlichen Diagnosen, sieht nicht in die Zukunft und nimmt uns keine Entscheidungen ab. Sie kann allerdings den Stress, mit dem viele Entscheidungen behaftet sind, ablösen. Die Kinesiologie ermöglicht es uns, unseren eigenen Weg zu gehen und auf uns selbst zu hören anstatt auf unsere Ängste, unsere alten, eingefahrenen Denkmuster oder die Erwartungen anderer Menschen. Kinesiologische Methoden unterstützen uns dabei, unsere Balance auf allen Ebenen wieder zu finden.
Bei Schmerzen oder organischen Beschwerden und Erkrankungen gehen Sie bitte immer erst zum Arzt oder Heilpraktiker! Die kinesiologischen Anwendungen können zwar eine ärztliche Behandlung unterstützend begleiten, aber nicht ersetzen!
In den letzten 40 Jahren haben sich zahlreiche Richtungen in der Kinesiologie entwickelt, die ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Allen gemeinsam ist jedoch das Arbeiten mit dem Muskeltest.
Ich selbst setze Methoden aus unterschiedlichen kinesiologischen Ansätzen ein, arbeite jedoch am liebsten mit Three in One Concepts (3in1), das ganz besonders den emotionalen Bereich des Menschen berücksichtigt. Stressbeladene Situationen und Gefühle werden aufgespürt und ausbalanciert.



Warum stehen wir so oft unter Stress? Wie entsteht er?
Individualität, Kreativität, Selbstwert und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten können durch emotionale Stressoren wie Angst, Schmerz oder Angst vor Schmerz blockiert werden (hierbei handelt es sich meist um seelischen Schmerz!). Sehr oft entstand dieser Schmerz bereits in der Kindheit. Wie oft haben wir uns verletzt, ungeliebt und unverstanden gefühlt, wie oft waren wir enttäuscht… Wie oft haben wir anders gehandelt als wir es eigentlich wollten – aus Selbstschutz, nur damit wir geliebt wurden und die Erwartungen anderer Menschen, z.B. unserer Familie und Lehrer, erfüllten? Wie oft haben wir unsere Gefühle unterdrückt, weil sie bei anderen nicht erwünscht waren? Wie oft haben wir uns abgestrampelt, um perfekt zu sein – doch nie waren wir gut genug…
So entwickelten wir im Laufe des Heranwachsens bestimmte Handlungsstrategien und eine Vorstellung von uns selbst, unseren Gefühlen und der Welt. Auch entstanden bestimmte Glaubenssätze, da wir alles für bare Münze nahmen, was andere (oder wir selbst) uns sagten („ich werde nie rechnen lernen / was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr / ich bin unkreativ / ich habe es nicht verdient, dies und das zu erreichen / die Welt ist nun mal so“ – die Liste solcher Glaubenssätze ist endlos). Diese Glaubenssätze und Lebenseinstellungen werden in der Kinesiologie „das Glaubenssystem“ genannt – nämlich das, was wir glauben, was für uns und das Leben wahr ist.
Dieses Glaubenssystem sorgt nun dafür, dass wir uns und die Welt durch eine ganz bestimmte Brille sehen – wir können uns gar nicht vorstellen, dass es auch noch andere Perspektiven geben könnte, unter denen die Welt (und wir!) ganz anders aussehen könnten. Unsere Glaubenssätze und Denkmuster schränken uns ein und beeinflussen unser Erleben und unsere Wirklichkeit. Unser Verstand merkt gelegentlich, dass die eigene Einstellung den neuen Lebensumständen angepasst werden müsste, dass unser Denken und Verhalten oft unangemessen oder sogar kindisch ist – aber das Unterbewusstsein handelt immer noch auf die Art und Weise, die sich früher mehr oder weniger bewährt hat. Unser Handlungsspielraum wird dadurch sehr eingeschränkt, Entscheidungen werden erschwert oder gar unmöglich gemacht.
Stress entsteht auch, wenn die Gehirnhälften sowie Vorder- und Hinterhirn nicht gut zusammenarbeiten. Ganz allgemein wird der linken Seite das logische Denken, der rechten das Gefühl zugeordnet. Wenn unser Denken und unser Fühlen nicht im Einklang sind, entsteht Stress.
Die rechte Gehirnhälfte ist zuständig für ganzheitliches Denken, Fantasie und Kreativität. Sie betrachtet und speichert immer eine Situation als Ganzes.
Die linke Gehirnhälfte erfasst die Einzelheiten und denkt analytisch. Hier bzw. im Hinterhirn sind auch unsere ererbten und erlernten Überlebensmechanismen verankert. Dieser Bereich filtert die eingehenden Informationen: wenn die eingehende Information eine angst- oder schmerzvolle Erfahrung ist, kommt es zu einer Reaktion, nämlich „Kampf oder Flucht“. Das Blut zieht sich aus den äußeren Blutgefäßen zurück und sammelt sich nun vor allem in den großen Arm- und Beinmuskeln, um entweder weglaufen oder zuschlagen zu können. Auch im Gehirn fließt es in Bereiche, die zuallererst dem Überleben dienen. Nicht denken ist gefragt, sondern eine schnelle (Überlebens-)Reaktion. Die Vorderhirnaktivität (Denkbereich) wird blockiert. In lebensbedrohlichen Situationen ist das sehr nützlich, doch unglücklicherweise hält unser Körper jede Art von Stress für eine Bedrohung (z.B. einen Streit, eine Klassenarbeit oder ein Bewerbungsgespräch).
Da wir nicht mehr wie unsere Vorfahren in der Urzeit einen körperlichen Kampf ausfechten oder die Flucht antreten können, wenn wir mit etwas Unangenehmen konfrontiert werden, müssen wir das Ganze kreativer lösen. Dies fällt uns oft schwer, weil es durch den immer noch vorhandene „Kampf-oder-Flucht-Reflex“ zu einer Minderdurchblutung bestimmter Gehirnareale kommt. Das Denken fällt schwer, die Lage kann nicht eingeschätzt werden und die Fähigkeit, sich neue Möglichkeiten und Alternativen auszudenken, besteht in dem Moment nicht. Der berühmte „Blackout“ bei Prüfungen kann hier als Beispiel gelten.
Stress kann auch durch unausgewogene Ernährung entstehen. Ein Zuwenig – oder auch Zuviel – an Fetten, Eiweißen, Kohlehydraten, Vitaminen und Spurenelementen kann die Körperchemie – und damit auch Geist und Seele – ungünstig beeinflussen.

Three in One Concepts
Three in One Concepts basiert auf Erkenntnissen von Neurologie, Psychologie und Pädagogik. Es wurde von Gordon Stokes, Daniel Whiteside und Candice Callaway entwickelt und stellt eine einzigartige Methode zur emotionalen Stressreduzierung dar. Ursprünglich wurde die Methode (manchmal auch „One Brain“ genannt) zur Behebung von Lernstörungen aller Art eingesetzt, hat aber inzwischen Einzug in alle Lebensbereiche gefunden. Es wird sehr großer Wert auf das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele gelegt. Sind diese im Gleichgewicht, können Herausforderungen konstruktiv bewältigt werden, man ist flexibel und Neuem gegenüber aufgeschlossen.


Three in One Concepts geht davon aus, dass der Ursprung fast aller Probleme in ungelöstem emotionalen Stress liegt: man kann in diesem Fall nicht mehr klar denken und fühlen, nicht mehr frei entscheiden und handeln.
Alle Erfahrungen, die im Laufe des Lebens gemacht werden, werden in den Körperzellen gespeichert, also natürlich auch die negativen (diese nennt man Stressoren). Gerät man wiederholt in eine ganz bestimmte stressige Situation, erinnern sich Unterbewusstsein und Körper blitzartig daran, dass sie in einer solchen Situation einmal Stress gehabt haben – man fühlt sich genauso hilflos und überfordert wie damals. Dies trägt nicht dazu bei, mit der Situation entspannt umgehen zu können und man macht oft wieder dieselben Fehler bzw. verhält sich aus Hilflosigkeit wie damals. Diese erneute negative Erfahrung verbindet sich mit der ursprünglichen und so festigt sich die (oft unbewusste!) Überzeugung, mit bestimmten Dingen nicht fertig zu werden.
Zur Verdeutlichung ein klassisches Beispiel:
Ein Junge, nennen wir ihn Peter, soll vor der Klasse einen Text vorlesen. Er verspricht sich oder liest stockend, viele Klassenkameraden lachen. Peter fühlt sich furchtbar, schämt sich, wird rot im Gesicht, bekommt Herzklopfen und eine zittrige Stimme. Die gesamte Situation mit allen dazugehörigen negativen Gefühlen und Körperreaktionen wird in seinen Körperzellen bzw. im Unterbewusstsein als Einheit gespeichert. Kommt Peter nun erneut in eine ähnliche Situation (soll er also vor der Klasse lesen, ein Gedicht aufsagen oder ähnliches), erinnert er sich (bewusst oder unbewusst) an das letzte Mal. Bevor er überhaupt aufsteht, um nach vorne zu gehen, läuft „der alte Film“ bereits ab: er fühlt sich schlecht, läuft rot an und bekommt Herzklopfen. Noch bevor er überhaupt den Mund aufgemacht hat, steht er unter Stress.
Sehr oft setzt sich solch ein unproduktives Verhalten fort bis ins Erwachsenenalter. Vielleicht hat Peter als Erwachsener einen Posten, bei dem er gelegentlich Vorträge halten oder eine Besprechung leiten muss. Man kann sich vorstellen, wie belastet er sich fühlt. Obwohl ihn heute sicher niemand mehr bei einem Vortrag auslachen würde, geht er ganz sicher davon aus, dass es eine für ihn peinliche und schmerzliche Angelegenheit werden wird, nimmt also aufgrund seiner längst vergangenen Erfahrungen eine negative Erwartungshaltung ein. Er wird sich immer noch sagen, er könne nicht vor anderen sprechen, er werde es nie können. Vielleicht wird er versuchen, sich vor der Aufgabe zu drücken. Besteht dazu keine Möglichkeit, bricht ihm der kalte Schweiß aus, das Herz klopft, er läuft rot an und die Stimme wird zittrig. Sein Selbstbewusstsein wird immer geringer. Vielleicht kündigt er eines Tages sogar, weil er mit der Situation nicht mehr zurechtkommt.
Peters erstes Erlebnis in der Schule ist zur Ursache für die Muster in seinem Handeln, Denken und Fühlen geworden. Er traut sich nichts mehr zu, möchte einer Situation wie der obigen immer wieder entgehen. Heutige Entscheidungen – oder Bewertungen von Situationen – gründen sich auf unsere emotionale Reaktion auf vergangene Erfahrungen. Also beeinflusst unsere Vergangenheit unsere Handlungen in der Gegenwart. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass wir uns oft gar nicht bewusst an diese alten Stressoren erinnern, denn sie sind tief ins Unterbewusstsein abgesunken. Wir wundern uns nur immer wieder, warum wir mit manchen Dingen einfach nicht zurechtkommen.
Bei der Arbeit mit Three in One Concepts spüren wir die Ursprünge unserer negativen Gefühle, Einstellungen und Muster auf (und damit unsere „Brillen“ oder Wahrnehmungsfilter) und machen uns bewusst, warum und wie sie entstanden sind. Wir bekommen wieder die Wahl über unsere Glaubenssysteme zurück, d.h. wir können wieder wählen, was wir glauben und fühlen wollen und was gut für uns ist. Wir befreien uns auch davon, immer den Erwartungshaltungen anderer Menschen genügen zu müssen und merken: wir sind trotzdem in Ordnung.
Es gibt immer eine Lösung für Probleme – wir müssen sie nur finden. Dies erreichen wir dadurch, dass wir mit bestimmten Stressreduzierungstechniken unser volles Potential wieder zur Entfaltung bringen. Dazu gehören das Aufspüren und „Löschen“ alter, überholter Denkmuster, eine bessere Zusammenarbeit der rechten und linken Gehirnhälfte, eine balancierte Vorder- und Hinterhirnfunktion und vieles mehr. So gewinnen wir an Zuversicht, Klarheit, innerer Stärke, Freude und emotionaler Ausgeglichenheit. Wir schaffen es dann auch wieder, angstfrei und vorurteilsfrei neue Perspektiven in unserem Leben wahrzunehmen oder selbst zu schaffen.
Noch ein Wort zu dem Begriff „Begleitende Kinesiologie“. Ich möchte damit ausdrücken, dass ich Sie gern begleite: sei es nur kurz, d.h. in akuten Stresssituationen, oder auch für längere Zeit (bei komplexeren Themen oder wenn Sie beschlossen haben, nun einiges aufzuarbeiten, was Sie belastet). Eine langfristige Begleitung ist ebenfalls möglich, als Coachingmaßnahme bei der Persönlichkeitsentwicklung.
Ich nehme Ihnen keine Entscheidungen ab, sondern unterstütze Sie lediglich sanft auf Ihrem Weg. Sie allein sind die Autorität, wenn es um Ihr Leben geht. Ihr Körper weiß am besten, was ihm gut tut, was Geist und Seele brauchen. Ich als Kinesiologin übersetze Ihnen durch den Muskeltest Ihre Körperantwort und biete Ihnen mit den Balancen vielfältige Lösungsmöglichkeiten an.
Vergangene Situationen kann man nicht ungeschehen machen, doch man kann sich dafür entscheiden, sie nun in einem anderen Licht zu sehen und damit aufzuhören, wieder und wieder auf vergangene negative Emotionen zu reagieren und sie zu wiederholen.


Zum Schluss noch ein Gleichnis des griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis, das uns deutlich unsere Wahrnehmungsfilter, unsere „blinden Flecken“ vor Augen führt. Ziel der Kinesiologie ist es, die Ursachen für eingeschränkte Wahrnehmungen und „blinde Flecken“ zu identifizieren, so dass wir wieder den Überblick bekommen und unsere Wahl aus der GESAMTEN Palette der Möglichkeiten (sich zu verhalten, zu denken, zu fühlen) treffen können.

Die Blinden
Es war einmal ein kleines Dorf in der Wüste. Alle Einwohner dieses Dorfes waren blind. Eines Tages kam dort ein großer König mit seinem Heer vorbei. Er ritt auf einem gewaltigen Elefanten. Die Blinden hatten viel von Elefanten erzählen hören und wurden von einer heftigen Lust befallen, heranzutreten und den Elefanten des Königs berühren zu dürfen und ihn zu untersuchen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was das für ein Ding sei. Einige von ihnen – vielleicht waren es die Gemeindeältesten – traten vor und verneigten sich vor dem König und baten um die Erlaubnis, seinen Elefanten berühren zu dürfen. Der eine packte ihn beim Rüssel, der andere am Fuß, ein dritter an der Seite, einer reckte sich hoch auf und packte das Ohr, und ein anderer wieder durfte einen Ritt auf dem Rücken des Elefanten tun. Entzückt kehrten alle ins Dorf zurück, und die Blinden umringten sie und fragten eifrig, was denn das ungeheuerliche Tier Elefant für ein Wesen sei. Der erste sagte: „Er ist ein großer Schlauch, der sich hebt und senkt, und es ist ein Jammer um den, den er zu packen kriegt.“ Der zweite sagte: „Es ist eine mit Haut und Haaren bekleidete Säule.“ Der dritte sagte: „Es ist wie eine Festungsmauer und hat auch Haut und Haare.“ Der, der ihn am Ohr gepackt hatte, sagte: „Es ist keineswegs eine Mauer, es ist ein dicker, dicker Teppich, der sich bewegt, wenn man ihn anfasst.“ Und der letzte sagte: „Was redet ihr für Unsinn? Es ist ein gewaltiger Berg, der sich bewegt!“