Sie leben wahrscheinlich so eng mit Ihrem Tier zusammen, dass Sie meist das Gefühl haben, es recht gut zu verstehen und seine Bedürfnisse erfüllen zu können. Pferd, Hund, Katze oder Kleintier machen einen zufriedenen, gelassenen und glücklichen Eindruck.
Doch möglicherweise ändert sich die Situation eines Tages: der Hund beknabbert seine Pfoten, bis sie bluten, die Katze wird unsauber, das Pferd schlägt nach Menschen oder anderen Pferden – derartige Verhaltensauffälligkeiten gibt es Dutzende.
Da sich das Tier so unwohl fühlt, gehen Sie natürlich erst einmal zum Tierarzt. Es könnte sein, dass er eine Erkrankung feststellt – doch genauso gut ist es möglich, dass er nichts findet.
Sie holen sich Rat (z.B. in der Hundeschule) und probieren einiges aus – vielleicht funktioniert es. Wenn nicht, werden Sie wahrscheinlich irgendwann ratlos und genervt sein. Wie kann man dem Tier nun noch helfen?
Tiere können, genau wie wir Menschen, aus dem inneren Gleichgewicht geraten. Körperliche und seelische Stress-Situationen sowie negative Erlebnisse (die teilweise schon lange zurückliegen) äußern sich oft in Verhaltensauffälligkeiten, Haut- und Fellproblemen und sonstigen Zeichen von körperlichem und seelischem Unwohlsein (siehe auch „Anwendungsmöglichkeiten“).


Anliegen der Tierkinesiologie ist es, die zugrunde liegenden Stressoren aufzuspüren und dem Tier wieder zu seiner Balance zu verhelfen.
Dies funktioniert ähnlich wie bei der Arbeit am Menschen: wir kommunizieren mit Hilfe des Muskeltests mit dem Unterbewusstsein des Tieres und klären folgende Fragen: „Welcher Art ist der Stress? Wann und warum hat er begonnen? Wer oder was war beteiligt? Was können wir tun, um dich wieder ins Gleichgewicht zu bringen, so dass du dich wieder wohl fühlst?“
Da das Tier dem Kinesiologen nicht das angespannte Bein entgegenstrecken und gegenhalten kann, wenn er sanften Druck darauf ausübt, wird eine Mittelsperson „dazwischengeschaltet“, an der der Muskeltest ausgeführt wird („Surrogatverfahren“). Da diese Surrogatperson alle vom Tier kommenden Informationen weiterleitet, ist das Ergebnis genauso, als würden wir das Tier direkt testen.
Mit Hilfe des Muskeltests kann der Kinesiologe eine Art Gespräch mit dem Tier führen, Art und Ursache des Stresses identifizieren und die Selbstheilungskräfte des Tieres mobilisieren (nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistig-seelischen).
Die Tierkinesiologie ist also eine ganzheitliche Methode, mit der (oft unbewusste) Ursachen für körperliches, geistiges und seelisches Ungleichgewicht eines Tieres erkannt und ausgeglichen werden.
Vielleicht stellt sich heraus, dass Ihr Tier kürzlich ein unangenehmes Erlebnis mit einem anderen Tier hatte. Sie selbst hatten das evtl. gar nicht bemerkt oder dem Ereignis nicht viel Bedeutung beigemessen.
Oder das Pferd hat einen neuen Boxennachbarn bekommen, den es nicht leiden kann, die Katze hat den Umzug nicht verkraftet, dem Meerschweinchen fehlt Gesellschaft… Manchmal befindet sich auch einfach nur der Schlafplatz des Hundes an einer ungeeigneten Stelle. Oder Ihr Tier reagiert empfindlich auf einen Futterbestandteil.
Tiere sind genauso unterschiedlich wie Menschen: manche haben ein „dickes Fell“ und lassen sich so schnell nicht aus der Bahn werfen, andere hingegen nehmen sich vieles sehr zu Herzen. Es kommt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel eine Situation wahrgenommen und bewertet wird.


Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihr Hund oder Ihre Katze „seismographisch“ alle Spannungen und Veränderungen in Ihrer Familie registriert und darauf reagiert. Tiere verstehen oft unsere Launen, Stimmungen und unser Verhalten nicht, reagieren mit uns unverständlichen Handlungen. Oft spiegeln sie uns auch unsere eigenen Verhaltensweisen, Charakterzüge und Probleme. Nervosität, Stress, Kummer und Sorgen des Besitzers können beispielsweise zu Hautproblemen beim Tier führen. Es gibt dann mit Fellknabbern oder Pfotenbeißen regelrecht einen Hinweis darauf, dass „sein Mensch“ leidet. In diesem Fall könnte eine kinesiologische Entstressung dem Tierbesitzer helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Wenn es ihm seelisch wieder besser geht, kann auch sein Tier sich wieder entspannen und wohler fühlen.
Manchmal zeigen Tiere sogar die gleichen körperlichen Symptome wie ihre Besitzer. Sie versuchen gelegentlich, uns etwas von unseren Problemen abzunehmen. Vor vielen Jahren hatte einer meiner innig geliebten Hunde immer dieselben Krankheiten wie ich selbst: er hustete, wenn ich Husten hatte; er lahmte hinten, wenn mir mein Knie wehtat; er fraß nicht gut, wenn ich Magenschmerzen hatte. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich ihn davon überzeugen konnte, dass ich „meine Päckchen“ allein tragen muss.


Für manche Menschen mag das „esoterisch“ klingen, also zurück zu etwas Bodenständigerem.
Die Ursachen der Probleme Ihres Tieres liegen natürlich nicht immer nur beim Menschen. Weiter oben habe ich einige Beispiele genannt. In vielen Fällen können wir im ersten Moment nicht nachvollziehen, warum das Tier so gestresst ist. Vielleicht liegt seine Vergangenheit im Dunkeln, es ist schon durch mehrere Hände gegangen bzw. stammt aus dem Tierheim und hat viel Schlimmes erleben müssen. Mag auch sein, dass das Tier zu früh von seiner Mutter getrennt wurde oder ohne Geschwister aufgewachsen ist (was, zumindest bei Hunden, ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor sein kann).
Sie fragen sich, wie das Testen funktionieren kann, wenn doch das Tier unsere laut gestellten Fragen gar nicht versteht?
Viele Dinge können auch nonverbal getestet werden, z.B. unverträgliche Stoffe. Verschiedene Futtersorten oder ihre Bestandteile werden ins Energiefeld des Tieres gebracht und der Muskeltest an der Surrogatperson durchgeführt.
Ebenso besteht die Möglichkeit, mehrere Muskeln (anstatt nur einen) der Surrogatperson zu testen. Jeder Muskel korrespondiert mit einem bestimmten Meridian (Energieleitbahn nach dem Verständnis der Chinesischen Medizin), dieser wiederum steht in Zusammenhang mit einem bestimmten Organ – und das wiederum mit bestimmten Emotionen. Der Muskel, der im Test „abschaltet“ (also nachgibt) führt uns zu der gesuchten Emotion.
Trotzdem werden natürlich Fragen meist verbal gestellt – und man bekommt eine Reaktion des Tieres, obwohl es unsere Sprache nicht spricht. Es gibt dafür viele Erklärungsansätze, von denen ich Ihnen an dieser Stelle nur einen einzigen anbieten möchte:
Wir denken in Bildern. D.h. wenn wir an etwas denken und es dann aussprechen, sehen wir innerlich ein Bild dazu. Das Tier empfängt dieses Bild auf telepathischem Weg und reagiert darauf. So ist eine Ja/Nein-Antwort möglich, wenn wir z.B. fragen „hast du Geschwister?“. Wir sehen vor unserem inneren Auge vielleicht mehrere Welpen und erhalten eine schwache Muskelreaktion (gleichbedeutend mit „nein“). Zur Vergewisserung stellen wir die Gegenfrage „warst du der einzige Welpe?“ und sehen vor unserem inneren Auge nur DIESEN Hund als Welpen. Im Test müsste der Muskel dann stark sein (gleichbedeutend mit „ja“).
Natürlich ist die Kommunikation in Wirklichkeit viel komplexer, doch obige Erklärung soll als Denkanstoß genügen.


Mit Tieren arbeite ich besonders gern. Sie sind oft so froh darüber, dass sie endlich jemand „versteht“! Häufig ist auch die Balance einfacher als beim Menschen. Tiere plagen sich nicht mit Vorurteilen, leisten weniger unnützen Widerstand und nutzen ihre Chance, es sich besser gehen zu lassen.
Oft genügen schon einige kleine Maßnahmen, um sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen: Bachblüten oder andere Blütenessenzen (ausgetestet wird dann auch, wie lange und in welcher Dosierung diese eingenommen werden sollen), das sanfte Halten oder Massieren von Akupunkturpunkten, neurolymphatischen und neurovaskulären Punkten, Farbtherapie (Bestrahlung mit farbigem Licht oder in Form eines farbigen Gegenstandes auf dem Ruheplatz oder in der Box), Schüßlersalze, Konzentrationsübungen, Reiki und vieles mehr. Viele Tiere lieben auch bestimmte Klänge bzw. Musikstücke oder hätten gern kleine Veränderungen in ihrem Umfeld oder ihrem Tagesablauf.
Die Tiere spüren (bewusst oder unterbewusst) genau, was ihnen gut tut. Über den Muskeltest lassen sie es uns wissen. Oft werden ihre Augen in dem Moment klarer, in dem wir eine Sofortmaßnahme durchführen. Sie wirken wacher oder beruhigen und entspannen sich.
Kleinere Probleme können oft in ein- bis zwei Sitzungen bearbeitet werden. Sind die Ursachen für den emotionalen Stress vielschichtig und spielen viele Aspekte mit hinein, können auch mehr Balancen erforderlich sein.
Tierkinesiologie ist ein wunderbares Mittel, unsere Tiere besser kennenzulernen, sie zu verstehen und ihnen zu helfen. Diese Methode bringt in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung bzw. Stressreduzierung oder löst das Problem ganz.
Das Stress auslösende Ereignis wird nicht ungeschehen gemacht, jedoch kann die REAKTION darauf verändert werden, auch Jahre später noch.
Doch auch die Kinesiologie ist kein Allheilmittel (manche Dinge werden vom Unterbewusstsein evtl. noch nicht freigegeben, weil das Tier sie noch nicht verarbeiten könnte; vielleicht möchte das Tier aus irgendwelchen Gründen sein Problem behalten oder ein Verhalten nicht ablegen – das ist genauso wie beim Menschen…).
Hinweis:
Tierkinesiologie ist keine tierärztliche oder medikamentöse Therapie! Gehen Sie bitte immer erst zum Tierarzt, wenn Ihr Tier körperliche Probleme hat. Da Kinesiologie die Selbstheilungskräfte anregt, kann sie begleitend und unterstützend zur schnelleren Genesung des Tieres eingesetzt werden und natürlich in jedem Fall dann, wenn der Tierarzt keine Erkrankung feststellen kann.